Versunken

C+M1112
(c) Lilly Barthel, „Versunken“, 2018
Advertisements

„Im Mittelpunkt der Mensch“ oder „Schwimmen gegen den Strom“

Blick_nach_vorn
Lilly Barthel, „Blick nach vorn“ 2015

Menschen sind für meine Fotografie unabdingbar. Sie geben mir die Energie. Meine Intensionen beim Fotografieren richte ich für gewöhnlich gegen den Strom aus. Meine Shootings sind unkommerzieller Natur. Meinen Modellen und mir gebe ich so viel Zeit, wie wir eben benötigen. Zeit, um einander kennen zu lernen, um entspannt zu sein, fürs eigentliche „Bildermachen“. Zeit, um gegenseitig Vertrauen zu schaffen – durch Nähe im Gespräch. Meiner Meinung nach gibt es diese Zeit im hektischen Alltag viel zu wenig.

Auf Party kann man nicht reden – da kommuniziert man beim Fotografieren mit den Augen, auch durch Gesten. Eine kurze Rückmeldung, sprich das Einverständnis vom Modell, ist mir immer wichtig. Da will ich kein Schmarotzer sein.

Doch das wirklich Wichtige beim Fotografieren ist für mich das Reden dabei und dazwischen. So lernt man einen Menschen erst wirklich kennen. Ist es nicht der Mensch, mit und für den die Bilder entstehen? Ein Bild funktioniert für mich erst, wenn es auch eine Seele hat.

Fotografieren gegen den Strom bedeutet für mich auch, die Emotionen meiner Modelle einzufangen. Ein Lachen zeigt dich von deiner Schokoladenseite. Doch zeigt es, was wirklich in dir vorgeht? Habe Mut noch mehr Facetten deiner Persönlichkeit zu zeigen! Ohne Schnickschnack, ohne viel Bimbamborium!  … Wer bist du?

 

Mobiles Fotoequipment – kleines Raumwunder (Textkorrektur)

Ohne es gestern bemerkt zu haben, ist mir mein zweiter Textabsatz abhanden gekommen. Hier nun mit Ergänzung:

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch gern mein mobiles und zugleich minimales Shooting-Equipment vorstellen. Wie ich es selbst schon im Gespräch mit anderen Hobby- oder autodidaktischen Fotografen erfahren habe, denken nicht wenige, dass eine umfassende Ausstattung an Blitzgeräten, Objektiven, Hintergründen, ect., die Wertigkeit der eigenen Fotografie nach oben heben. Mir genügt zur Zeit meine minimale Ausstattung. Ein Blitz, ein Falthintergrund, ein schwarzes Baumwolltuch, optional ein Aufheller, dazu mein Kamerastativ. Samt meiner Kamera habe ich zumeist nur 2 Objektive in der Tasche.

Da ich über kein eigenes Studio verfüge, habe ich mir in meiner kleinen 2-Raum-Wohnung die Möglichkeit geschaffen, eine mobile Wohnzimmer-Foto-Ecke einzurichten. (Diese nutze ich vor allem gern für Selbstportraits.) Mein pfiffiger Lebensgefährte hat mir zur federleichten Bewegung meines massiven Esstisches, zwei kleine Rollen an 2 Beine meines Esstisches gezimmert. Die gegenüberliegenden verfügen nun über 2 Plastikfüße, um den Höhenunterschied auszugleichen. Wenn man’s nicht weiß, sieht man es gar nicht. Noch die Stühle beiseite; nun packe ich mein Fotoequipment aus.

tischbein
Mein Esstisch, an 2 Tischbeinen befindet sich je 1 praktisches Rädchen an der kurzen Seite

Nicht bei jedem Foto ist meine (zumindest weiße) Raufaser-Tapete von Vorteil. Seit einiger Zeit bin ich stolze Besitzerin eines Falthintergrundes (1,45 x 2,00 Meter) – eine Seite hellgrau, die andere grün. Dieser lehnt mühelos ohne irgendeine zusätzliche Befestigung an der Wand. Nicht einmal den dahinter hängenden Bilderrahmen muss ich abnehmen. Außerdem lässt sich ebenso kinderleicht ein schwarzes Baumwolltuch (ca. 2,00 x 5,00 Meter) mit Plastikklemmen daran befestigen.

falthintergrund_mit_baumwolltuch
Falthintergrund an die Wandgelehnt – das Baumwolltuch mit Klemmen befestigt

Ich habe gerade noch einmal nachgemessen: über 4,60 Meter Raumtiefe verfüge ich im Wohnzimmer. Mit meinem Lieblings-Portrait-Objektiv lassen sich hier bis zur sitzenden Modell-Pose variantenreiche Ideen umsetzen.

Von Vorteil erweist sich auch der Schnitt meiner Wohnung. Um die Bildtiefe erweitern zu können, öffne ich lediglich die Türe zu meinem Schlafzimmer – knappe 1,30 Meter dazu gewonnen. Hier schaffe ich zudem weiteren Platz für meinen kleinen Studioblitz. Für frontales und hochfrontales Licht blitze ich aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer hinein. Schließlich benötige ich auch bei minimalster Einstellung, 12 Ws, einen gewissen Abstand zum Modell.

Wenn das Shooting beendet ist, verpacke ich alle Gegenstände wieder in ihre originalen oder sich im Laufe der Zeit für praktisch erachteten Taschen. Bis vor Kurzem war mir das Zusammenfalten des Falthintergrundes noch ein Graus! Doch dank dieser wunderbaren Videoanleitung, die ich auf Anhieb umsetzen konnte, ist es auch für mich ein Kinderspiel. https://www.youtube.com/watch?v=2gauPuAj6Lc Vielen Dank an dieser Stelle an NMDK Design!

Das große schwarze Baumwolltuch verstaue ich bewusst „wild geknittert“ im Seemannssack. Denn große geradlinige Faltungen erweisen sich in der Fotonachbearbeitung als ungünstig. In der Summe sind es nicht viele Bauteile. Doch ich bin ehrlich: jeden Tag brauche ich das Auf- und Abbauen meines Equipments nicht!

fotoequipment_in_taschen
Mehr Taschen benötige ich für meine Fotoausrüstung zum Glück nicht! Moment – nur die Kameratasche selbst ist hier nicht dabei.

Naja, mehr oder weniger übersichtlich lassen sich alle Taschen auch in meiner kleinen Wohnung auf und im Kleiderschrank, hinter dem Bücherregal und unter dem Bett verstauen. Doch im Handumdrehen ist alles auch in einem kleineren Auto (in meinem Fall ein Carsharing-Fahrzeug von teilAuto) verräumt, um dann beispielsweise in der Wohnung eines Modells aufgebaut zu werden.

 

Die SLUB und ihre digitalen Sammlungen

Vom Freitag bis zum heutigen Sonntag lockten die Mitglieder des Chaos Computer Club Dresden ihre Anhänger und Interessierte  zur Veranstaltung „Datenspuren 2016“ in die Technischen Sammlungen Dresden. Nicht nur zum Wohle meiner Allgemeinbildung habe ich als völliger Laie am gestrigen Samstag mehreren Vorträgen sehr gespannt gelauscht.

Gern möchte ich euch an meiner Freude über einen erlebten Workshop teilhaben lassen:

Drei sympathische Mitarbeiterinnen der SLUB (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) stellten die digitalen Sammlungen der SLUB in erfrischender Art und Weise vor. Diese Sammlungen umfassen zeitgenössische Kunst, Industriedesign, sächsische Adressbücher, historisches Kartenmaterial, … , und verschiedene fotografische Sammlungen. Der eigentliche, konstruktive Part dieses Workshops bestand darin, gemeinsam mit den Teilnehmern kreativ zu „spinnen“, was sich mit diesen Sammlungen zukünftig anfangen lässt, gleichfalls wer und auf welche Weise einen Nutzen dabei haben könnte.

Ideen wurden sehr viele zusammengetragen: angefangen von der Nutzbarkeit historischer Stadtansichten für den Tourismus anhand von Apps bis hin zur Erstellung spannender Lernmaterialien für Kinder und Studenten in Schulen und Universitäten. Abgesehen davon konnten die SLUB-Mitarbeiterinnen sicherlich ihr Kompetenznetzwerk um hochintelligente Computerexperten erweitern.

Ich selbst habe gestern Abend begonnen in den fotografischen Sammlungen zu stöbern. Für mich eine weitere Quelle, um meinen kreativen als auch meinen zeitgeschichtlichen Wissensdurst zu stillen.